2003-01-03

Wie 3w zum UnderClocker wurde - eine wahre Geschichte

Diesen Text habe ich soeben von 3w erhalten. Er wäre der geborene Blogger, nicht?

Der Computer, unendlicher Ärger… Wir befinden uns im Office von 3w, der noch nichts von seiner Odyssee ahnt…

30.12.2002

2b und 3w surfen durchs weite Web und finden mini-itx.com - ein Hort voller netter Teile. Sofort wird geordert, und damit die Dinger dann auch RAM haben, gibts noch den Raid over Top D. Das Schicksal nimmt seinen Lauf. Es werden teure Kingston-RAM gekauft, man will ja keine dummen Überraschungen erleben.

31.12.2002

SMS von 2b an 3w: Die RAM’s laufen bei ihm nicht proper, nur 64 statt der gekauften 128 MB werden erkannt. 3w wird zu Tests an seiner Bank aufgefordert. In der Folge wird 2b nur noch als ‘DER SCHULDIGE SCHURKE’ in die Geschichte von 3w’s Schraubereien-Memoiren eingehen. OK, er geht auch als der Debian-Support-Provider ein bisschen positiv darin ein, aber davon ein andermal. 3w wird nebenbei krank und rotzt vor sich hin. Wird dieses Kopfweh noch schlimmer, und wozu ist Salbei gut?

Party mit ein paar Nasen, gute Sache. No more details of this event.

01.01.2003

3w testet zuerst einmal seinen Rechner ‘as is’: Alle RAM-Bänke gefüllt mit 2 x 128 MB ValueRAM von SCA und 1 x 256 MB Kingston ValueRAM, eine satte CPU von AMD 1700, ein Board von Asus A7V133. Der Rechner läuft nach seinen Erfahrungen stabil, alle Werte Default, kein bisschen Schraubing oder so. Frühere Tests mit Prime95 verliefen mit der früheren CPU AMD 1200 problemlos.

Prime95 anwerfen, weglaufen und … MOMENT MAL!!! Fatal Error nach weniger als 1 Minute - 3w verliert die Fassung. Sein geliebter Compi will nicht mehr richtig rechnen? War dies vielleicht der Grund für die kürzlichen BlueScreensOfDeath, und nicht die Software-Testerei? Verdammt, sofort BIOS einstellen.

Die weiteren Fakten sind nur noch stichwortartig, sonst ginge es noch länger.

  • Kiste auf, RAM alle in allen Variationen getestet, rein, raus, rein, raus
  • 2b kommt mit seinen RAM vorbei und geht mit älteren gutmütigen von 3w wieder nach Hause. DER SCHULDIGE SCHURKE ist fein raus, 3w gönnt es ihm und testet weiter
  • Manual vom Board raus, BIOS lernen
  • BIOS Update auf Beta-Version
  • BIOS tweaking für Anfänger und Fortgeschrittene
  • 1’000 Neustarts…

Ein handfester Käfer auch in 3w’s natural system, Rotz und Wasser, hola Halsweh! Kopfweh? Ach ja, soll mal einer mit der Tennisstunde in meinem Kopf aufhören! 4 Liter Salbeitee intus, Zwiebeln neben dem Bett.

02.01.2003

Schlechte Nacht gewesen, der Tag wird noch schlimmer.

  • Download von besserem Manual
  • Memory-Test mit MemTest86 ab bootable ISO-Image, alles i.O.
  • BIOS tweaking Standard - BIOS-Kompendium wird zur neuen Lieblingslektüre
  • Kiste schmiert ab, BIOS kaputt
  • kleine Reise zu 2b, der im Netz einen kleinen Hinweis auf Clear CMOS findet
  • Büroklammer gebogen, nach 20 Minuten auf Board die Reset-Lötstelle gefunden
  • Ausbau der gesamten Disks, weil sonst Lötstellen bei Batterie nicht erreichbar sind (F*CK!!!)
  • ein erstes Mal im Leben des 3w: CMOS-Reset
  • BIOS kommt, bootet nicht, aha, Lüfter-Alarm, Chipset-Lüfter als CPU-Lüfter anschliessen (dreht über 2500, so will es das BIOS)
  • BIOS-Kontrolle ausschalten, weiteres tweaking
  • Prime95 testen, testen, testen
  • andere Test-Utilities probieren, Benchmarking à gogo
  • 2’000 Neustarts…

Krank? HAHAHA - Chemiekeule und Salbeitee von Nachbarin (die mit ihrem neuen iMac grausige Kämpfe ausficht. OS-X? NEIN DANKE!)

03.01.2003

Die Lösung ist nahe. Nur noch dieser klitzekleine Test… Salbeitee geht zur Neige, Kur mit Basler-Methode fortgesetzt.

  • CU L8R Win2K! Bootfehler, asta la vista OS. Scheisse. Aber dank der Geister-Welt und bedächtigem 3w vor der Krise ist die Sache nach 7 Minuten (!) wieder geritzt
  • CU L8R AntiVirus G-Data. OK, uninstall und keiner mehr drauf, WIR SIND SCHLIESSLICH IM ALPHASTADIUM!!!
  • CU L8R BIOS! Der Tip aus dem Netz mit Downgrade des BIOS war wohl doch nicht bekömmlich
  • kleines Telefon mit Leidensgenosse u.m.
  • CMOS-Reset 2-6 folgen (diesmal waren die Disks schneller raus, weil 3w das Gehäuse vorderntags mechanisch verändert hat und schon weiss, wo die Lötstellen sind). Und dann noch das Lüfter-Spielchen…
  • BIOS tweaking auf HARDCORE-LEVEL! Noch Fragen? Verbitte mir! Mein VCore steht kurz vor dem Kollaps!
  • ‘ab und zu’ ein Neustart (3’000) und ein bischen Prime95 einsetzen
  • BIOS-Update auf aktuellste Beta-Version, WHO CARES, wir wissen, wo der Reset-Gott sitzt!
  • klitzekleines fine-tweaking… F*CK!!! Na dann, doch auf der sicheren Seite bleiben.

Fazit:

In 3 Tagen habe ich alle Tiefen des Tweaking durchlebt, einen mächtigen Virus an mir selber überlebt und JEDEN bei M$ verflucht, weil es soviele Neustarts braucht. Mein System läuft, jetzt wo ich diese Zeilen schreibe, bereits seit einiger Zeit unter Vollast, Prime95 rechnet im Hintergrund immer noch ohne Fehler. Die stabile Konfiguration: Einfach den FSB auf 131 anstatt auf Default (!) 133 — 2 MHz, die die Welt bedeuten.

Werde fortan mehr in der Pinguin-Welt auf langsameren Rechnern arbeiten, dafür mit OS und Software, die nicht solche Ressourcen verbraucht und trotzdem sehr schnell ist. Linux makes my day.

Und an alle, die wissen möchten, was denn noch rauszuholen wäre aus ihrer Kiste, gebe ich hier noch einen Rat, ganz neu, noch nie geäussert:

NEVER TOUCH A RUNNING SYSTEM!

3w

Und all das nur, weil wir uns je einen neuen, lautlosen Server zulegen wollen… (eben von Mini-ITX: ein VIA EPIA 5000 Board, VIA C3 533 MHz CPU ohne Lüfter und ein kleines Gehäuse mit einem lüfterlosen 55W-Netzteil!)

Ich meinerseits hatte mit meinem Umbau der zweiten Harddisk von 40 auf 80 GB keinerlei Probleme: neue HD parallel zur alten angeschlossen, mit PartitionMagic eingerichtet, im Explorer alle drei Partitionen (Daten, MP3 und Video), kopiert, alte HD raus (die kommt dann in den Server), fertig lustig! Einen Moment lang war ich noch besorgt, dass ich W2K neu installieren muss, doch stellte sich heraus, dass es auf der ersten HD installiert war. Grundlose Sorge!

23:24 [/hardware]