2007-04-06
Neues RAM und Harddisk im Server
Kürzlich konnte ich in einem alten Server-Rack zwei SIMMs ausbauen, die verdächtig nach PC-133 aussahen, das in meinem Server verwendet wird (ich weiss, das ist ja uralt, aber unter Linux hat Hardware ca. die doppelte Lebensdauer als unter anderen OSen). Item, die 128 MB, die der Server hatte, wurden in letzter Zeit ein wenig knapp, und so hoffte ich, dass die neuen SIMMs ein wenig grösser wären, und in der Tat hat mein Server jetzt 512 MB RAM (merci Jonas, eine Spende fürs Kino folgt)!
Da ich die (kleine!) Kiste gerade offen hatte, habe ich ihr auch gerade eine
neue 80er-HD verpasst. Die alte 40 GB-Scheibe läuft jetzt doch seit über vier
Jahren non-stop, und hat auch bereits Lesefehler produziert. Bei der Gelegenheit
wollte ich auch die Partitionen optimieren, d.h. keine eigenen Partitionen mehr
für /boot und /usr, nur noch für root, /home und /var (obwohl, wie
3w richtig bemerkt, die Zeiten wohl vorbei sind, als
man mal kurz mit einem zu grossen Logfile die Partition zum Überlaufen brachte,
zumindest auf einem Home-Server).
Also die neue Platte als IDE-Slave angehängt, partitioniert, formatiert und mit
cp -r die Dateien kopiert. Ich weiss, es gibt noch rsync, aber ich behaupte
jetzt einfach, dass ein cp alleweil schneller ist, wenn im Ziel noch keine
Dateien vorhanden sind.
Das erste Problem stellte sich (wie bereits das letzte Mal, als ich eine HD in
einem Linux-System ersetzte), als ich lilo beibringen sollte, sich auf /dev/hdb
zu installieren, aber so, dass beim nächsten Booten alles stimmen würde, wenn
ab der neuen Platte gestartet würde, die dann ja /dev/hda hiesse. Nach einigem
RTFM erledigte aber ein lilo -v -r /mnt diese Aufgabe.
Jetzt noch /etc/fstab angepasst, und alles ist in Butter?!?
Leider nicht, denn ich erhielt früh im Boot-Vorgang die kryptische Fehlermeldung
/usr/lib/yaird/exec/run_init: opening console: No such file or directory.
Unterdessen war 01:20, und ich beschloss, darüber zu schlafen. Die alte Platte
startete unterdessen nämlich auch nicht mehr, irgendwie hatte ich sie mit
meinen lilo Experimenten dauerhaft vom Booten abgehalten :-(
Heute Abend suchte ich im Internet (den Laptop direkt ins Kabelmodem gesteckt;
zum Glück lief auch dort ein sicheres Betriebssystem!)
nach dieser Meldung und fand schnell Verweise auf yaird, “Yet another initrd generator”.
initrd? Das waren doch diese Files, die man dem Kernel mitgeben musste, damit
der seine ersten paar Module fand, mit Hilfe derer er dann ab HD weiterbooten
konnte? Vor Jahren hatte ich in den Kernel-Sourcen gelesen, dass das Format
seit 2.6 dasjenige von cpio sei, aber file initrd.img-2.6.28-4-486 sagte
mir, das sei eine gzip-Datei. Also ausgepackt, und jetzt hatte ich tatsächlich
ein cpio-Archiv vor mir. Nach noch mehr RTFM und einem finalen cpio -i <../initrd
hatte ich den ausgepackten initrd vor mir.
Schliesslich fand ich im Script init zwei Referenzen auf meine alte Root-Partition
/dev/hda6, die jetzt eben /dev/hda1 war. Nachdem ich alles wieder verpackt und
gezippt hatte, startete mein System wieder ohne Probleme!
Fazit:
- Never change a running system!
liloist gefährlich, vielleicht sollte ich aufgrubumsteigen?- Bei HD-Wechseln in Zukunft nicht gleichzeitig die Partitionierung ändern
- Zum Glück wurden für die initrd Standard-Tools verwendet
01:41
[/hardware]
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